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Erstes Buch: Die Jungfrau - Kapitel I

Er muß uns wohl durch das Fenster gesehen haben, als wir in der Jolle des Vierzehn-Tonnen-Kutters, der Marlow, meinem Gastfreund und Schiffsherrn, gehörte, zum Mittagessen fuhren. Wir halfen dem Jungen, den wir bei uns hatten, das Beiboot am Landungssteg festzumachen und gingen dann zu dem Gasthaus am Strand hinauf. Dort fanden wir unseren neuen Bekannten, der in würdiger Einsamkeit sein Mittagmahl am Kopfende eines langen Tisches verzehrte, weiß und unwirtlich wie eine Schneebank. Die Röte seines scharf geschnittenen Gesichts mit dem kurzen Backenbart und dem welligen, eisengrauen Haupthaar war der einzige warme Lichtfleck in dem düsteren Raum, der durch das stimmungslose Tischtuch noch kälter wirkte. Wir kannten ihn schon vom Sehen als den Eigentümer eines kleinen Fünf-Tonnen-Kutters, den er offenbar allein segelte; er mochte einer der vielen begeisterten Sportsleute sein, die an der Themsemündung kreuzen. Als er aber zum ersten Male den Kellner scharf als »Steward« anredete, da wußten wir, daß er ein richtiger Seemann war. Nun nahm er auch noch Gelegenheit, diesem selben Kellner die Langsamkeit vorzuwerfen, mit der das Essen aufgetragen wurde. Er tat es mit bemerkenswertem Nachdruck und wandte sich dann zu uns. »Wenn wir auf See«, sagte er, »so an unsere Arbeit gingen, wie die Leute an Land, hoch und niedrig, an die ihre, dann könnten wir uns nie unser Brot verdienen.

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