Chapter

Spekulanten

Raoul de Fontenay lehnte sich behaglich in seinem Sessel zurück. Er ließ seine Blicke durch den eleganten Speisesaal des Ritz schweifen. »Es ist eine Wohltat, mit ernsthaften Männern an einem Tisch zu sitzen, statt mit holder Weiblichkeit zu scherzen«, sagt er zu seinen Freunden, dem Amerikaner van Stratton und dem Engländer Henry Dorchester, einem aufgehenden Stern am politischen Himmel Großbritanniens. Dorchester bemühte sich, einen würdigen Gesichtsausdruck aufzustecken, als er antwortete: »Ich rufe dir im Geiste mein ›Bravo‹ zu, Raoul. Es ist die einzige Gelegenheit, die ein Mann heutzutage hat, um seinen wirklichen Gedanken Ausdruck zu verleihen. In Gesellschaft von Frauen kann von einer vernünftigen Unterhaltung überhaupt keine Rede sein. Unsere Vorväter hatten recht, als sie nach beendeter Mahlzeit ihre Frauen in die Kemenaten verbannten.« Van Stratton lachte: »Wenn eine Amerikanerin euere Blasphemien gehört hätte, wäret ihr Kinder des Todes.« Fontenay ließ sich durch diese Warnung nicht abhalten, das Thema weiter auszuspinnen: »Die Frauen deines Landes sind entzückende Geschöpfe, mein lieber van Stratton. Einen schwerwiegenden Fehler besitzen sie aber alle: Sie fühlen sich ungeheuer wichtig; sie glauben die Brennpunkte des Daseins zu sein. Darin täuschen sie sich aber. Auch die entzückendst geschminkte Wange, der röteste Mund können uns nicht über die Tatsache

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