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Sophie Dorothea - Eine Hofgeschichte

Eine Hofgeschichte. In den Empfangssälen des kurfürstlichen Schlosses in Hannover war reges Leben und Treiben. Die Wohlgerüche der Atmosphäre vermischten sich mit dem leisen Gesumme der Plaudernden, und der Glanz der Lüstres verschmolz mit dem Strahlenreflex der hohen Wandspiegel zu einem Ocean von Licht, welcher den transparenten Blättern der exotischen Pflanzen das Aussehen von zitternden Smaragden gab. Seidenstarrende Damen, deren Costüme in allen Farben des Regenbogens glänzten, flatterten vor den Spiegeln umher wie lebendige Blumen, umgaukelt von den glänzenden Cavalieren des Hofes, wie von leichtfertigen Schmetterlingen. Alles war Gelächter, Geschwätz, Wohlgeruch und Aufregung. In der Mitte des Thronsaales standen vier Männer in eifriger Unterhaltung. Der Größte derselben war ein robuster, junger Mann von etwa vierunddreißig Jahren, mit einem unangenehmen breiten Gesichte und kleinen grauen Augen. Das war der Erbprinz Georg Ludwig von Hannover, der Gemahl der schönen Prinzessin von Celle. Er plauderte eben mit einem hochgewachsenen, schlanken Cavalier, dessen männliche Schönheit noch von seiner schönen Männlichkeit übertroffen wurde. Sein Antlitz vereinigte den feinen Typus des Franzosen mit den kräftigen Umrissen des Schweden. Er hatte ein schönes, sprechendes Auge, eine entschlossene geistvolle Miene und einen feingeschlitzten Mund. Seine Kleidung von mattgelber Seide,

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