Chapter

An den Leser

An den Leser. Ich berge nicht, daß ein Seitenblick auf die Wolken des Aristofanes mich bestimmt hat, einige der interessantesten Gespräche des Sokrates aus Xenofons Sokratischen Denkwürdigkeiten auszuheben und in diesem IIIten B. des Attisch. Mus. auf meine Uebersetzung der Wolken folgen zu lassen. Ich setze voraus, was unter den Gelehrten ziemlich ausgemacht scheint, daß man die dem Sokrates eigene Manier zu filosofieren und zu konvergieren aus Xenofons Apomnemoneumen zuverläßiger als aus Platons Dialogen kennen lerne; wiewohl ich nicht zweifle, daß auch Xenofon uns öfters mehr den Geist als die Worte seines Meisters gegeben, und nicht selten, theils unvorsetzlich theils wissentlich, von dem Seinigen dazu gethan habe. Meine Art zu übersetzen ist bekannt. Sie hat ihr Gutes und Böses, wie alle menschlichen Dinge, und zwar so, daß jenes ohne dieses nicht zu erhalten ist. Ich bleibe aber bey ihr, weil ich überzeugt bin, daß sie, für mich wenigstens, die beste ist; auch wünsche ich von meinen Uebersetzern nicht anders behandelt zu werden, als wie ich den Horaz, Lucian und Aristofanes behandelt habe, und nun auch den Xenofon behandeln werde. Ich umschreibe zuweilen, wo andere sich knapper ans Original halten, und wo andere umschreiben, übersetze ich oft so wörtlich als es die Sprache nur immer erlauben will; beydes weder aus Eigensinn oder Laune, noch der Bequemlichkeit wegen,

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