Chapter

So war es - Zweiter Theil

Edmund war nach Verlauf von sechs Wochen wohl wieder genesen, aber seine Menschenfreundlichkeit und Wahrheitsliebe hatte die unangenehmsten Folgen für ihn. Kaum war der Geheimrath Leblos mit seiner in Kummer und Schmerz versunkenen Tochter nach Berlin zurückgekehrt und hatte sich bei seinem Departementschef, dem wirklichen Geheimrath, gemeldet, so fuhr ihn dieser heftig an mit den Worten: »Was haben Sie gemacht? einen völlig unsinnigen Bericht, wodurch Sie den Oberpräsidenten und alle Behörden auf das Schmählichste compromittirt haben. Unbegreiflich, wie ein Beamter von Ihrem Dienstalter noch solche Tollheiten begehen kann. Ich kann Ihnen nur wohlmeinend rathen, kommen Sie um Ihre Pensionirung ein, denn ich wenigstens kann es vor meinem hohen Chef nicht verantworten, einen Mitarbeiter in meiner Abtheilung zu haben, der so wenig Egards zu nehmen versteht.« Diese Rede fuhr dem Geheimrath Leblos wie ein Schreckschuß durch alle Glieder. Er sah sich schon verloren. Fasanen, Austern und Champagner, nebst den kleinen feinen Diners à tout prix der berühmtesten Gourmands, woran er die Ehre hatte Theil nehmen zu dürfen – Alles war dahin; denn seiner Dienstjahre waren noch nicht so viele, um nur auf sieben Zehntel des Gehalts Anspruch machen zu können. Auch den Bedienten mußte er dann abschaffen, um wenigstens seine kleinen Whistpartien, um einen Thaler der Point, nicht aufgeben zu

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