De Nibelungen
Ä Vortrag, gehalten in Bergerverein zu Crimmitschau von Rektor Schwämmchen Meine Härrn! Unser Nazional-Ehboß »de Nibelungen« is bekanntlich ä sehre langes Gedicht, weshalb's geweehnlich nich ganz ausgelesen werd, was ja schade, aber nich unbegreiflich is, denn so bedeutend es genannt wärn muß, so leidet's doch Ärschtens: an Dunkelheet, Zweetens: is vieles nich klar drinne, Drittens: Manches andere ooch nich, un Viertens: zeigt der Verfasser, der leider unbekannt geblieben is, änne Vorliebe fer Grausamkeiten, worin er sich mit Schäksbiern begegnet, un ä gewissen Mangel an Scheenheitsgefiehl, das de allerdings Schäksbiern nich abzesprechen is. De Fabel des Gedichts is schnell erzählt: Vor langen Zeiten lebte in Worms der Keenig Gunther mit seiner hibschen Schwester Krimhild. Zu dän zwee Beeden kam eenes Dags Siegfried, der Kronbrinz der Niederlande, auf Besuch, un wie där Krimhilden sahk un sie ihn, da vergafften se sich in änander. Gunther aber hatte sei Ooge auf eene gewisse Brunhild geworfen, änne Art Mannweib, die jeden, dersche heiraten wollte, erscht zu ä Duell 'rausforderte un, wenn er verlor, keppen ließ. Weil nu Siegfried sehre stark war, meente Gunther zu'n: Wenn de mer zu Brunhilden verhilfst, gäb 'ch d'r meine Schwester zur Frau. »Bong!« sagte Siegfried un fuhr mit Gunthern zu Brunhilden. Er tat so, als wenn'r Gunther wäre, duellirte sich mit'r, besiegte se un drickte