Sigrid, das Fischermadchen
Sigrid, das Fischermädchen. Novelle von Theod. Mügge. Unter den vielen seltsam schönen Meerbusen, welche die westliche Felsküste Norwegens zerspalten, ist der Moldefjord zwar keiner der größten, aber einer der berühmtesten durch die romantische Herrlichkeit seiner Ufer und deren Umgebungen. Der Fjord hat zwei schmale Eingänge. Wasserpässe, zwischen denen die fruchtbare Insel Otteröe liegt; sobald der Reisende diese im Rücken hat, öffnet sich vor ihm ein meilenbreites großes Seebecken, an welchem zur Rechten grüne Weiden und Waldgebiete sich erheben, zur Linken die freundliche Stadt Molde liegt, vor welcher während des größten Theils des Jahres eine Anzahl Briggs, Schooner und Yachten ankern, um Holz bis Holland und getrocknete oder gesalzene Fische bis in die europäischen Südländer zu führen. Der Fjord aber dringt mit zahlreichen Armen und Buchten tief in’s Land; wechselnd und prächtig sind seine Ufer. Zuweilen steigen sie steil in nackten Felsmassen auf, und hinter ihnen liegen die wilden Wäomelandsfjellen aufgethürmt voll zackiger, wunderbarer Klippen; an anderen Stellen leuchten diese Ufer sanft und grün, und manche große und kleine Höfe liegen dort mit ihren Fruchtfeldern und Fruchtgärten, die gar lieblich anzuschauen sind. Dies tritt noch mehr hervor, wenn man die schwarzen Felsmassen dicht dabei betrachtet, welche zuweilen mitten aus den Fluthen des Fjord wie senkrechte