Chapter

Siebentes Kapitel

Die Hochzeit Louis Hérault-Gandons hatte unter den glücklichsten Auspizien stattgefunden. Die Großmutter war vor Freude außer sich, und von seiten der Familie der Verlobten war zum Glück kein Verwandter da, der finster die Stirne gerunzelt hätte über die Verbindung dieses letzten Sprosses einer altadeligen Familie mit einem bürgerlichen Industriellen. Helenes Zukunft ward fürstlich sichergestellt, in den Ehevertrag wurde aufgenommen, daß sie eine Million mit in die Ehe gebracht. Bei Ausfertigung dieses Dokuments hatte jedoch der Notar der Familie Hérault die Entdeckung gemacht, daß Louis das Vermögen des Hauses schon in Bedenken erregender Weise angegriffen hatte, was er dem jungen Manne auch keineswegs verschwieg. Natürlich waren noch immer die Werke und das Gut Boissise vorhanden, ohne von dem persönlichen Vermögen der Großmutter Hérault zu sprechen; aber was bei Leuten von bescheidener Lebensführung schon Wohlstand wäre, reicht bei solchen, die auf großem Fuße zu leben gewohnt sind, gerade zum Notwendigsten. Vom ersten Tage an hatte Helene den richtigen Blick für das, was der gesellschaftlichen Stellung, in welche sie getreten, angemessen war. Ohne in dem Leben, wie es bisher geführt worden, merkliche Veränderungen eintreten zu lassen, regelte sie mit sicherer Hand den Verbrauch des Haushaltes in einer Weise, daß die verfügbaren Mittel nicht mehr überschritten wurden. Sie

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