Erstes Kapitel
Es war halb acht Uhr. Das feurige Rot des westlichen Himmels verblaßte allmählich und die Nacht brach herein. Auf den Boulevards wogten geschäftige Menschenmassen auf und nieder, wie ein Fluß sich anstauend, wenn der Verkehr durch den Verkauf der Abendblätter vor einem Kiosk einen Augenblick gehemmt war. Die Plätze vor den Cafés waren überfüllt. Zwischen den Tischreihen drängten sich die Stockverkäufer mit ihrem über die Schulter geworfenen grünen Sack, aus welchem neugierig die glänzenden Stahl- oder Schildpattknöpfe der Meer- und Bambusrohre hervorlugten. In der Mitte der Straße bewegten sich die mit drei Pferden bespannten, mit Fahrgästen überladenen mächtigen Omnibusse schwerfällig durch die Wagenreihen, die von Polizisten von Zeit zu Zeit an den Straßenecken angehalten wurden, um den Fußgängern den Übergang zu ermöglichen. Das Rollen der Räder, der taktmäßige Hufschlag der trabenden Pferde, der Ruf der ambulanten Händler, das Murmeln der Menge vereinigte sich zu einem summenden Getöse – die Stimme der Großstadt, welche nach der Last, der Aufregung, dem Lärm des Tages die Erholung, die Ruhe, die Stille der Nacht sucht. Durch die Menschenwelle, die nach der Chaussee d'Antin flutete, bahnten sich zwei sehr elegant gekleidete junge Leute einen Weg, indem sie sich mit jener Geschmeidigkeit um die einzelnen Gruppen wanden oder, wo dies nicht möglich war, mit jener