Erster Teil: Shing Gabru, der Pirat - Eine Lichtanlage
… Niemand lasse sich durch diesen Titel zu der Annahme verleiten, daß ich dem Leser hier eine blutige Freibeutergeschichte vorsetzen will. — Nein, ein feines Intrigenspiel war’s, dessen einzelne Teile funkelnde Brillanten exotischer Abenteuerlichkeit sind … — So etwa schrieb ich zum Schluß des vorigen Bandes. Nun geht der Kampf gegen Doktor Shing Guddai weiter. — Anfang Dezember, indische Regenzeit, indischer Winter … Trostlos diese Tage, diese Monate für jeden, der sie verlebt, etwa in Bawari, der kleinen Küstenstadt im Winkel der gleichnamigen Bucht. Bawari gehört zu jenen zahllosen indischen Fürstentümern, denen die Segnungen europäischer Kultur und englischer Kanonen den Landbesitz allmählich bis auf ein Minimum beschnitten haben. Wir hatten den Radscha von Bawari am 18. November im Prince-Edward-Hotel in Bombay kennengelernt, wo er, ein armer Fürst, mit nur zwei Begleitern abgestiegen war. Bara Dhug Chassi, Radscha von Bawari, dreißig Jahre alt, mehr Europäer als Asiate scheinbar, vielseitig und gründlich gebildet, lud uns ein, auf seinem Schlosse einige Zeit zu verweilen und (darum hatte Harald ihn gebeten) seine Bibliothek ganz nach Gutdünken zu benutzen. Harst wollte ein Werk über die Abstammung der Zigeuner schreiben, und der Fürst, mit diesem Thema bereits vertraut, hatte ein paar uralte Schriften seiner Bibliothek erwähnt, in denen von einer großen Wanderung eines