Der Überfall
Erzählung eines Freiwilligen (1852) Übersetzt von Hermann Röhl Am 12. Juli trat der Hauptmann Chlopow mit Epauletten und Säbel, einer Ausrüstung, in der ich ihn seit meiner Ankunft im Kaukasus noch nie gesehen hatte, in die niedrige Tür meiner Erdhütte. »Ich komme geradewegs vom Obersten«, sagte er in Erwiderung auf den fragenden Blick, mit dem ich ihn empfing. »Morgen rückt unser Bataillon aus.« »Wohin?«, fragte ich. »Nach NN. Da sollen die einzelnen Truppenteile zusammenkommen.« »Und von da aus wird gewiss eine Expedition unternommen werden?« »Wahrscheinlich.« »Wohin denn? Was meinen Sie?« »Was ist da zu meinen? Ich will Ihnen so viel sagen, wie ich weiß. Gestern in der Nacht kam ein Tatar vom General hergesprengt und brachte den Befehl, das Bataillon solle ausrücken und für zwei Tage Zwieback mitnehmen; aber wohin, wozu und auf wie lange, danach fragt man nicht, Verehrtester: Es ist befohlen, zu marschieren; das genügt.« »Aber wenn nur für zwei Tage Zwieback mitgenommen wird, so wird man auch die Truppen nicht länger fortbleiben lassen.« »Na, das folgt daraus noch nicht...« »Aber wie wäre denn das möglich?«, fragte ich erstaunt. »Möglich ist das alles! Als wir nach Darghi marschierten, nahmen wir für eine Woche Zwieback mit und blieben fast einen Monat fort.« »Wird man mir erlauben, mit Ihnen mitzuziehen?«, fragte ich nach einem kurzen Stillschweigen. »Erlaubt wird es Ihnen