Chapter

Zum Geleit

Das Testament Peters des Großen! – Noch kurz vor dem Weltkrieg machte es viel von sich reden; man stritt seine Echtheit ab und beschäftigte sich doch anderseits ernsthaft mit seinem Inhalt, man veröffentlichte angebliche Auszüge, man forschte nach seinem Ursprung und erzielte nie ein Ergebnis. Schließlich rollte der Weltkrieg über diese müßigen Fragen dahin – sie waren müßig vor der deutlichen Schrift der Geschichte. Der Ursprung des Testaments Peters des Großen blieb dunkel. Vielleicht, daß Sir John Retcliffe, der Mitwisser so vieler verborgenster Geheimnisse der europäischen Kabinette jener gärenden Zeit, der Enthüller oder auch gar der verständnisvolle Erfinder dieses politischen Nachlasses war – wer will es wissen? Ist's auch nicht echt, so ist's doch gut erfunden. Getreu spiegelt es den Geist wider, der damals am russischen Hof herrschte. Und wir haben in den letzten Jahrzehnten gelernt, daß die Echtheit von Staatsdokumenten und Bündnisverträgen ein Nichts bedeutet gegen den Geist, der die Geschicke treibt. Der Krimkrieg war ein Massenmorden ohne innere Notwendigkeiten. Nicht die Völker verlangten diesen riesigen Aderlaß am Schwarzen Meer, wie auch die Völker nicht den Weltkrieg verlangten; die zähe Habgier und Eifersucht des englischen Kabinetts, der maßlose Ehrgeiz des dritten Napoleon und letzten Endes die allzu kühnen Pläne des Zaren Nikolaus ganz im Sinne des

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