Chapter

I

Noch stand der Präsident, umgeben von der leichten Unruhe, die sein Kommen soeben hervorgerufen hatte. Dann setzte er sich, wobei er halblaut und wie unbeteiligt sagte: »Die Sitzung ist eröffnet.« Und er ordnete die Gesetzentwürfe, die vor ihm auf dem Präsidiumstisch lagen. Zu seiner Linken verlas, die Nase dicht am Papier, ein kurzsichtiger Schriftführer mit eiligem Gestammel, dem kein Abgeordneter zuhörte, das Protokoll der letzten Sitzung. In dem Getöse, das im Saal herrschte, drang diese Verlesung nur zu den Ohren der Huissiers1, die im Gegensatz zu der nachlässigen Haltung der Mitglieder des Abgeordnetenhauses sehr würdig, sehr korrekt wirkten. Es waren keine hundert Abgeordnete anwesend. Die einen lehnten sich mit ausdruckslosen Augen, bereits schläfrig, halb auf den roten Samtbänken zurück. Andere, wie unter dieser ärgerlichen Fron einer öffentlichen Sitzung am Rand ihrer Pulte zusammengesunken, klopften leise mit den Fingerspitzen auf das Mahagoniholz. Durch die Glasscheiben des Oberlichts, das einen grauen Halbmond aus dem Himmel schnitt, drang, senkrecht einfallend und die prunkvolle Strenge des Saals gleichmäßig erhellend, der ganze regnerische Mainachmittag herein. In einer breiten rötlichen Bahn von düsterer Pracht fiel das Licht, hier und da in den Winkeln der leeren Bänke in rosigem Widerschein aufleuchtend, auf die stufenweise ansteigenden Sitze, während auf der

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