Chapter

Erste Abtheilung

Wie oftmals durch Gunst der Frauen Männer zu hohem Glück und Ehre gelangt sind, davon findet man in der Geschichte viele Beispiele, unter andern auch in folgender sehr wunderbaren Historie, die vielen nur ein Mährchen dünken möchte, weil einige Umstände zusammen treffen, die fast an das Unwahrscheinliche gränzen. Zu alten Zeiten lebte in Frankreich ein Graf von Forst, er hatte viele Kinder, war arm und lebte in einem anmuthigen Walde. Dieser Graf hatte viele Noth seine Kinder adelich und nach ihrem Stande zu erziehn, weil es ihm am Vermögen fehlte. Sonderlich that ihm dieses um seinen jüngsten Sohn Reymund leid, der schon früh ein hochstrebendes Gemüth in sich spüren ließ, denn er sprach am liebsten von Rittern, die sich durch wunderbare Begebenheiten und große Thaten und den höchsten Ehren empor geschwungen hatten, auch ließ er sich vom Vater gern alte Geschichten erzählen, von solchen Leuten, die aus Armuth Fürsten und Könige geworden und wünschte sich ein gleiches Schicksal. Darüber wurde der Vater oft betrübt und führte ihm zu Gemüth, daß es nicht mehr die Zeit sei, an derlei Wunderwerke zu glauben und er möchte sich nur früh in seinen beschränkten Stand finden lernen. Reymund aber sagte: lieber Herr Vater, es ist noch nicht aller Tage Abend, so können wir auch nicht wissen, was aus mir noch werden möchte. Worauf der Vater antwortete: Nun, Gott möge Dich segnen, mein Kind,

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