Der fliegende Holländer
Hoch auf den Wellen bewegte sich still und unheimlich der mächtige Rumpf eines Ostindien-Fahrers, der sich der TafelbaiHafenbucht von Kapstadt an der Südspitze Afrikas. gegenüber befand. Seit drei Tagen kämpfte er vergebens mit einer Windstille. Die kaum gefüllten Obersegel brachten ihn nur wenig von der Stelle, und die heftige Strömung des Meeres trieb ihn unwiderstehlich seitwärts. Hundert Augen hingen an der blauen Himmelsdecke, ob nicht irgendwo ein Wölkchen zu erspähen sei, von dem man die Rettung aus der stets wachsenden Gefahr erhoffen könne; aber die war klar und durchsichtig und spiegelte sich in dem glatten Meer wider. Ein trüber Geist des Unmuts, der noch eine verborgenere Ursache als den der Windstille hatte, beherrschte das Schiff, das den stolzen Namen ›Gelderland‹ führte und der Stolz der holländisch-ostindischen HandelsflotteDie »Niederländisch-Ostindische Kompagnie« wurde 1602 mit einem Aktienkapital von 6 500 000 Gulden in Batavia (heute Djakarta) zur Ausbeutung der neuen Kolonien gegründet. Es war die erste moderne Aktiengesellschaft, der 1621 die Westindische Kompagnie folgte. Die Gewinnausschüttungen betrugen bis 1790 im Mittel 20 bis 25 Prozent jährlich. Die »Kompagnie« hatte politische Vorrechte und verfügte über ein eigenes Heer, trat also wie ein Landesherr auf. war. Der böse Geist, der den Frieden aus seinen Kajüten und von seinem Verdeck verjagt