Das große Schiff.
Bootsmann Claus und ich, wir saßen zusammen am Gangspill, Beide auf Backbord-Wach', und lugten hinaus in das Dunkel. Schweigend saßen wir da, nach Seemannsweise die Arme Platt auf die Brüstung gelehnt und den Kopf dazwischen vergraben. Sanft war der Wind; wir glitten dahin in den ruhigen Wogen, Welche das Weltmeer schlägt, die nicht aufrauschend und kurz sind, Wie auf unserer See, nein, wonniges Heben und Schweben! »Bootsmann!« sprach ich zuletzt. »»Was willst Du, Junge?«« Er rieb sich Gähnend den Schlaf aus den Augen. »Ihr schlaft schon; wenn uns der Steu'rmann Also Beide betrifft, so bindet er uns an das Gangspill, Und wir sind auf dem Schiff noch vierzehn Tage das Lachen. Laßt uns etwas erzählen, damit wir uns munter erhalten.« »»Ja,«« so sprach er, »»erzähl'!«« »Ich weiß nichts. Bin ja vom Lande, Komm' erst eben auf See. Ihr seid ein gewaltiger Seemann, Seid nach dem Nordpol schon und dem Südpol«, sagt' ich, »gefahren, Ihr könnt eher erzählen.« »»Nun gut,«« so sprach er, »»wovon denn? Das von dem großen Schiff, nicht wahr? kam längst Dir zu Ohren?«« »Nein«, so versetzt' ich, »noch nie!« »»O Du westfälischer Dümmling!«« Denn so nannten sie mich – obgleich ich auf Schulen gewesen –, Weil ich die Sprache des Schiffs noch nicht inne hatte. Des Sonntags, Wenn sie lasen im Buch, so mußt' ich die schwierigen Stellen Ihnen erklären; sie sagten dann wohl großmüthig: »Der Junge Mag