Chapter

Vom Stapel

Dort ist die Pforte zur Werft, und die Jahreszahl 1740 steht darüber. Die Werft heißt »Zum silbernen Neptun«, und es ist mancher Kiel darauf gelegt, der unter dem Schutze des Meergottes mit dem Dreizack die See glücklich befahren und die goldenen Schätze fremder Zonen heimgebracht hat. Ein hohes, luftiges Holzgitter scheidet die Werft von der öffentlichen Straße. Auf derselben erhebt sich in Form einer Figur ein kunstreich geschnitztes und mit einem schwärzlichen Silbergrau bemaltes Bild des Neptun. Er hält einen natürlichen Dreizack in der Hand, den er ganz ernsthaft schultert und so grimmig darein schaut wie ein Grenadier der alten Potsdamer Garde. An beiden Seiten des Einganges erheben sich ein paar schattige Linden, zu einem dichten Laubdache ineinander verwachsen; ein freundlich-bewegliches Bild in dieser starren Welt von Holz und Eisen. Links vom Eingange steht das Haus des Zimmerbaases (Zimmermeister). Rein und glänzend wie ein niederländisches Küchenstück, woran die Weinreben sich festranken, und welches sich mit bunten Blumenbeeten umgeben hat. Ein Stück duftender Poesie in der lärmenden, tosenden Welt der Prosa. Dem Hause gegenüber, hart an der Straßenfront, steht ein bedachter Balkon mit einer Flaggenstange an jeder Seite. Es ist der Ehrenplatz für die Kaufherren und Kapitäne, welche hier bauen lassen, und die Zuflucht der Damen bei allen festlichen Gelegenheiten.

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