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Vorwort

Als Jens Peter Jacobsen am 30. April 1885 mühsam den letzten, erlösenden Atemzug getan hatte, hinterließ er ein Werk von äußerlich geringem Umfange; zwei Romane, sechs Novellen und einige Gedichte. Denn er gehörte zu den wenigen, welche die Begnadung durch die Poesie nicht als einen zwangvollen Beruf betrachten, Bücher auf Bücher zu häufen. Frühzeitig schon dem Tode geweiht, schuf er langsam und still, ohne äußern Ehrgeiz. Wir wissen nur wenig von seinem Leben, denn er vermied es schamhaft, sein Werk in auffällige Beziehung zu seiner Persönlichkeit zu setzen. Er selbst schrieb: »Ich bin den 7. April 1847 in Thisted geboren; was Begebenheiten anlangt, so weiß ich mich wirklich an keine zu erinnern, die Interesse haben könnten und zu erwähnen wären; die hingegen, die nicht erwähnt werden können, sind natürlich interessant genug.« Schweigsam und vornehm ging er durchs Leben, und seine zarte, zitternde Seele verbarg er hinter Ironie oder eifriger Verfechtung des Atheismus. Sein Schaffen war kein seliger Überschwang; es bedeutete ihm ein herbes, ernstes Glück. Als ihm mit fünfundzwanzig Jahren seine erste Novelle »Mogens« gelungen war und ihm das Wundersame und so Seltene begegnete, anerkannt und gepriesen zu werden, konnte der Ruhm, der ihn so schnell erreicht hatte, ihn seiner Aufgabe nicht untreu machen. Den Beifall der Verständnisvollen nahm er mit ruhiger Freude auf; der Tadel

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