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Ostermorgen in der Brüdergemeinde

Dämmerung lag noch auf der Erde, und der Morgen rang mit der Nacht um die Alleinherrschaft. Im Osten färbte sich schon graues Gewölk mit gelblichem Scheine, und ein leiser Luftzug strich frisch über die jungen Halme der Saat, als sei er ein Odem, der die Welt wieder belebe. Und immer lichter wurde das Grau der Dämmerung; immer goldener färbten sich die Wolken; bald auch zuckten Strahlen glühenden Lichtes am Horizont empor. Da, mit lautem Jubelruf, schwang sich im Felde eine Lerche aus ihrem feuchten Neste auf; sie sang dem auferstehenden Licht entgegen, und als habe sie mit ihrem Lied die Stimmen der Erde geweckt, erschallten jetzt laut Posaunentöne und feierlicher Gesang, die Auferstehung zu feiern, die Auferstehung nicht nur der Sonne, sondern auch der ganzen Natur und der Menschheit – es ist Ostersonntag. Dort, wo die Häuser des kleinen Ortes stehen, tritt soeben eine Schaar einfach gekleideter Menschen hervor und zieht durch die grünenden Saatenfelder den Hügel hinan. Es ist ein weiter Garten, den sie hier betreten; große Lindenbäume breiten schirmend das jetzt noch kahle Geäst ihrer Zweige darüber hin. Inmitten aber steht ein Kreuz von Stein, das Kreuz Christi, dessen Auferstehung die Stimmen der Posaunen und der Menschen soeben jubelnd begrüßen. Freude liegt auf allen Gesichtern, wie die Menge jetzt um das Kreuz geschaart steht und andächtig zu demselben aufblickt, das

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