Vorwort
Schweizer daheim und draußen Novellen Bern bei A. Francke Verlag AG 1932 (statt eines Vorworts) Der Onkel-Götti ist wieder einmal irgendwo in einer Sitzung, und die Tante-Gotte begleitet eine Freundin zum Tram. Der Augenblick ist günstig. Klein Barbla schleicht in Onkels Arbeitszimmer, diesmal nicht zum Kamin, denn es ist Sommerszeit, und die leere Feuerstelle hat nichts Anziehendes. Nein, Barbla hält viel auf Bilderbüchern und noch mehr auf den Geschichten, die Onkel erzählt. Er weiß zu jedem Bild eine Geschichte. Wo er sie nur alle hernimmt? Barbla weiß es. Dort, auf dem Schreibtisch macht er sie. Und sie weiß noch mehr. Die Geschichten sind fast alle zuerst in dem roten Heft. Das liegt in der obern Schublade links. Sie hat einmal gesehen, wie er daraus spickte. Die Tante hat aber gesagt, der Schreibtisch sei ein Heiligtum, man dürfe nichts anrühren, was darauf liegt, sonst... Ja, was sonst? Da ist eben noch dem Onkel seine gewaltige Soldatentrommel von blankem Messing, mit schwarzroten Reifen und weißem Lederzeug. Und ein kunstvoll geflochtener Strick hängt dran. Die Trommel dient als Papierkorb, ist aber augenblicklich leer. Irgendwer hat Barbla gesagt, es sei da etwas nicht ganz geheuer. Jedes Jahr, in der Nacht vom 5. auf den 6. März um Mitternacht, komme die Trommel ganz allein unterm Schreibtisch hervor, wandere um das Haus herum, und eine unsichtbare Hand schlage