Chapter

Erstes Kapitel

Das Wetter war umgeschlagen, der linde Frühlingsabend hatte sich unter Sturm und grobem Hagelschauer jählings wieder in rauhen Winter gewandelt. Nur eine kurze Viertelstunde hatte es angehalten, dann war die Windsbraut weiter gezogen, hinter ihr aber kam die kalte Nacht. Scharf einsetzender Frost zog über Gräben und Lachen blanke Spiegelscheiben, und feine Schneesterne schwammen in der stillen Luft, kamen geheimnisvoll irgendwoher aus dem klaren Himmel, um leise zu dem weißen Teppich hinabzuschweben, den der brausende Nordwind seinem bräutlichen Gespons zu Füßen gebreitet hatte. Über dem weiten Wiesenplan, der den Hochwald vom Torfbruche trennte, hob sich der volle Mond, in der Schneedecke aber fing ein Funkeln und Flimmern an, wie von tausend Smaragden, Saphiren und Demantsteinen. Und tiefes Schweigen ringsum, kein Laut in der weißschimmernden Nacht, alles Leben in Wald, Feld und Wiese hatte sich vor der jäh eingefallenen Kälte wieder verkrochen. Nur ein alter Gabelweih hakte standhaft auf dem dürren Wipfel einer einsam im Wiesenland stehenden Kiefer, hob den schmalen Raubritterkopf aus den Schultern und bejagte mit spähenden Augen den überschneiten Plan. Aber nichts Weidgerechtes weit und breit, kein fürwitziges Märzhäslein, das zwischen verdorrtem Wintergras nach den ersten Frühlingsspitzen suchte, kein fetter Entvogel auf den Wiesengräben, nicht mal, als Nothappen

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