Chapter

Erster Band.

Der Pentateuch hat recht, insofern es darin heißt, daß die Welt in sechs Tagen erschaffen wurde. Nur hat er die Tage nach der göttlichen Sanduhr gemessen, in der jedes herabrieselnde Sandkorn ein Jahr ist. Der ganze Tag umfaßt danach hunderttausend Jahre. Der Anfang selbst ist eine Unendlichkeit, die menschlichen Zahlen ebensowenig standhält wie die Ewigkeit. Die Frage: »wann?« ist auch dort ein den Stolz demütigendes Rätsel, auf welches der Gelehrte antworten muß: »Ich weiß nichts! ...« So viel haben wir schon herausgebracht, daß das Gestern, welches unserm Dasein vorausging, wenigstens hunderttausend Jahre von uns entfernt ist. Nur das Gestern! Wie erst der erste Tag der Schöpfungswoche?! Aber das Gestern kennen wir schon. Wir haben ein großes Buch: die Erdrinde. Diese hat, wie ein Buch, Blätter, eines über das andere gelegt, und jedes Blatt repräsentiert zehntausend, hunderttausend (wer weiß, wieviel?) Jahre. Der verwegene menschliche Wissensdurst ist mit Schaufeln, Hämmern, Stemmeisen und Bohrern durch diese Blätter in die Tiefe gedrungen. Jedes Blatt ist voll beschrieben mit Buchstaben, mit Nachrichten, welche ein Hunderttausend von Jahren dem andern hinterlassen hat: – mit ewig toten und ewig sprechenden Zeugnissen. Der menschliche Geist hat gelernt darin zu lesen. Er hat die Seiten dieser Blätter der Erde gezählt, er hat den Sinn der geheimnisvollen Lettern erlauscht,

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