Chapter

Der Schwül

»Es is ganz guat, wann d'r Mensch seiner Natur hie und da an Stoß gibt«, sagte Herr Mayerhofer und bekam dann immer einen Schwül. In diesen Zustand kann jeder geraten, der nur acht Viertel Wein verträgt und zehn trinkt. Damit ist vielleicht das Sachliche des Schwüls, keineswegs aber auch das Wesentliche dargetan. Letzteres wirkt sich individuell aus, es kann also die Angelegenheit Mayerhofer auch nur als Einzelfall gewertet werden, schon deshalb, weil dabei elf Viertel in Frage stehen. Im allgemeinen kann man drei Stadien des Schwüls feststellen; das erste äußert sich in einem freien Bekennermute der Menschheit gegenüber, das zweite in einer sanften Erotik und das dritte in einer kohlhaasischen Rechtsucht, die von Laien gemeinhin für Streitsucht gehalten und demgemäß behandelt wird. Nachdem nun Herr Mayerhofer fast jeden Samstag seiner Natur einen Stoß versetzte, machte er auch regelmäßig diese drei Stadien durch. Das letzte Mal regte das erste Stadium ein Uebelwollender an. »Hörst, is d'r net lad um das Geld, was d' da vasaufst? Dei Alte kunnt's besser brauch'n.« »Des geht kan Mensch'n was an, i bin a Qualifizierter und vadien so viel, daß i ma no allerweil de paar Viertln vagunna kann – und mei Alte is da ganz aus 'n G'spül! I bin ja net so blöd wie es und bin vaheirat, na, mei Liaba, i hab' ka Alte, sondern a Lebensgefährtin, vastand'n – und das is a feiner Unterschied, des

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