Chapter

Erstes Kapitel

Daß der alte deutsche Handwerkerstand immer mehr im Schwinden, kann als eine Thatsache gelten, über die unter Gelehrten und Ungelehrten kein Streit obwaltet. Er verliert sich in den allgemeinen Arbeiterstand und büßt den Fabrikanten gegenüber seine Selbstständigkeit ein, die ihrerseits nicht einmal in die Lehre gegangen sein dürfen, sondern „ihr Capital arbeiten lassen“ und „wie Kaufleute“ verdienen wollen. Leute, die sich den Kopf darüber zerbrechen, was aus der Welt werden solle, sind sehr verschiedener Meinung über diese Umgestaltung der Gesellschaft. Die Einen klagen, sie sei sehr bedauerlich und bedrohe den conservativsten Theil des städtischen Mittelstandes zum großen Schaden der Gemeinden und des Staates mit gänzlicher Auflösung; die Andern finden es durchaus zu loben, daß der allgemeine Fortschritt endlich auch mit diesen, nur noch geschichtlich berechtigten, aber jetzt veralteten Formationen aufräume; die Allerklügsten sagen: ob gut, ob übel, es ist natürlich, daß es so kommt, und man muß den Dingen ihren Lauf lasten. Zu diesen Allerklügsten, rathe ich wohlmeinend, wollen auch wir gehören - wenigstens so lange wir uns mit dieser sehr einfachen Geschichte beschäftigen, die es mit einem ganz alten Handwerkerhause zu thun hat, und mit einem ganz altmodischen Manne, der da hinein paßt. Dergleichen Bau- und Gesellschaftsreste aus längst entschwundenen Tagen ragen manchmal

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