Chapter

Kapitel 1

Da lag das Städtchen im Thal... über den roten Dächern erhob sich der alte Kirchthurm, von Dohlen umflattert. Rauchsäulen stiegen geradeauf in den hellen Himmel, doch sie kamen nur von den stillen Heimstätten der Bürger; die lärmende Industrie hatte in das Thal noch nicht ihren Einzug gehalten. Der Eisenbahnzug eilte auf der leicht sich senkenden Bahn dem Städtchen zu. Vorher noch eine Haltestelle... ein Passagier sprang aus dem Waggon; er schlug einen Fußpfad ein, der zwischen Getreidefeldern und über Wiesen sich hinschlängelte und gerade auf ein höher gelegenes dunkles Gebäude hinführte, das ansehnlich über die andern Dächer des Städtchens hinausragte. Auf einem kleinen Hügel machte der Wanderer 2 Halt: hier stand eine hohe Linde, welche würzigen Blütenduft ausstreute und ein Schwarm von Bienen summte in der hohen Laubkrone. Eine morsche Steinbank stand unter ihr... man hatte von hier einen freundlichen Anblick des Städtchens, das sich da zwischen den grünen Hügeln warm gebettet hatte. Der Wanderer schien tief ergriffen von diesem Anblick... und doch war es eine höchst alltägliche Landschaft, wie sie die Illustratoren von Kinder- und Jugendschriften zum Hintergrunde ihrer kleinen Bilder zu zeichnen pflegen: ein paar Baumgruppen im Vordergrunde, dahinter saubere Häuschen, die sich zusammendrängen im Schutze eines dickleibigen Kirchthurmes, und grüne Felder ringsum. Doch nicht

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