Chapter

Zweiter Teil

In das Gartenzimmer der Sommervilla scheint die helle Morgensonne, über der grünen Holzverkleidung, die die halbe Höhe der Wand bedeckt, leuchten gemalte Sonnenblumen auf weißgestrichenem Grunde. Am Frühstückstisch, wo die Mahlzeit beendet ist, sitzen zwei Personen und sehen ihre Briefe durch. Die Morgenpost kommt in dieser für den Briefträger so überbürdeten Zeit der Sommergäste am Sonntag fast nie vor zwölf Uhr. Ein dritter Platz am Tisch steht schon verlassen. Neben dem Teller mit dem Eierbecher und einem ganz kleinen Löffel liegt ein Kinderlätzchen. »Vater kommt auch heute wieder erst um sechs Uhr,« sagt die junge Frau, indem sie eine Postkarte weglegt. »Von seinem Tag auf dem Lande knapst er sich noch das meiste ab. – Ist dieser norwegische Brief von Inger Marie?« »Nein, von Hermann,« antwortet ihr Mann. »Es scheint ihr recht schlecht zu gehen.« »Ach, aber Ejnar, sie ist wohl wieder – –« »Ja, sie hatte selbst geglaubt, das unerläßliche Kleine sei im Anmarsch. Und der Arzt – Gott mag wissen, was es für ein Pfuscher ist – war wohl derselben Ansicht. Aber jetzt hat er sie schließlich doch untersucht – und ihr geraten, einen Spezialisten zu fragen.« »Es wird doch nicht ein schweres Unterleibsleiden sein? Ach, diese ewigen operierten Frauen!« »Doch, es sieht beinahe so aus.« »Wie traurig, die arme Inger Marie! Da ist es nur gut, daß sie nicht mehr ganz da droben zwischen den

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