Schritte in der Nacht
Ein Pfad führt übers Gebirge. Ein einsamer Pfad … Er schlängelt sich hinein und hinaus, wie weit umherspähend und nach jemand ausschauend, der nicht kommt. Auf der einen Seite steigt die schwarze mit Tannen bestandene Felswand fast senkrecht empor. Und drunten in der Tiefe, nach der andern Seite hin, sprüht es weit herauf von dem reißenden Gebirgsbach, der nicht weit umher nach jemand ausschaut, weil er nur auf sein Ziel losgeht und wild um die schwarzen Felsen schäumt, die ihn in seinem raschen Lauf aufhalten wollen. Auf dem jenseitigen Ufer des Flusses ragen wieder mit dunklem Nadelholz bestandene Felswände empor. Ab und zu leuchtet auf dem Erdboden zwischen den Stämmen helles Renntiermoos, und etwas geisterhaft sieht es aus in seiner weißlichen, schwankenden Weichheit – wie Tang auf dem Meeresgrund – aber es ist darum nicht minder düster dort drüben. Bisweilen schlüpfen schweigende Vögelein hastig zwischen den Tannen umher – aber es wird darum nicht belebter dort. An jenem Sommertag, als der Abend schon herannahte, gingen zwei Menschen diesen Pfad entlang. Links hatten sie die Felswand, rechts die tiefe Schlucht mit dem rauschenden Strom. Eins zwei – eins zwei … Unwillkürlich gingen sie im Takt, mit jenem festen, kräftigen Gang, den man anschlägt, wenn man einen weiten Weg vor sich hat. Eins zwei – eins zwei … Ihre eigenen Schritte leisteten ihnen Gesellschaft, und es war