Eleonora und Minnele
Dies geschah denn auch. Eleonora hatte bereits nach einem Fiaker geschickt; nach Verlauf einiger Minuten hielt er vor dem Hause; die Baroness und Minnele stiegen ein und fuhren in der Richtung nach einem öffentlichen Parke, so sie ausstiegen und einige Gänge im Schatten der Hauptallee machen wollten. Während der Fahrt wurde Eleonore seltsam gesprächig. Sie sprach natürlich vom Zustande der Baronin und sprach vom sterbenden Onkel; indessen fehlte es auch nicht an Bemerkungen über andere Dinge, wenn hier oder dort ein Gegenstand ihre Aufmerksamkeit anzog. Vom sterbenden Onkel erwähnte die Baroness unter anderem, dass er über die Maßen reich, nicht verheiratet und etwa siebzig Jahre alt sei. Schon dreißig Jahre lebe er wie ein Einsiedler in einem prachtvoll erbauten und sorgfältig erhaltenen Landhause vor der Stadt; ein weitläufiger Park herum halte ihm alles lästige Geräusch des Lebens ferne; der geistige Verkehr mit sehr wenigen Menschen aus der Stadt ersetze ihm den Umgang mit der übrigen Welt. »Wahre Neigung hegt er eigentlich nur für die Frau Baronin«, fuhr Eleonora fort – »ihr gehört sein ganzes Herz, sein Reichtum und seine Sorge. Sie allein ist jeder Zeit willkommen; den Doktor will er nur in Augenblicken des Schmerzes und den Priester nur in Stunden ernster Betrachtung sehen. Stirbt er heute, so ist es gewiss, dass die Frau Baronin seine Erbin und morgen im Besitze von