Chapter

Der Aufbruch

Ostern war vorüber. Im Kalender stand: die Witterung bleibt heiter und trocken, und die Wärme nimmt bei Ostund Nordostwinden zu. Es war also Hoffnung, dass die Frühlingsarbeiten überall im Gange sein und ohne Unterbrechung dauern würden. Das war die Zeit, wo alljährlich die ärmere Jugend des Dorfes sich zur Wanderung nach der Hauptstadt schürzte, um die Dauer dreier Jahreszeiten zum Erwerben zu benutzen für den Winter des Jahres und des Lebens überhaupt. Dort unter den vier Linden, nicht weit von der Kapelle, stand daher am 27. April eine Schar junger Mädchen wanderfertig mit Bündelchen auf den Rücken und nur eine Gefährtin für die Reise noch erwartend. Doch ließ die Letztere lange auf sich warten. Dies brachte Unruhe unter die Mädchen, sie steckten die Köpfe zusammen, flüsterten Verdrießliches und Besorgnis durcheinander – bis man Schritte hörte, eine klagende Mutterstimme vernahm und gleich darauf die Erwartete aus dem kleinen Hause in der Nähe kommen sah. Der Anblick der Nahenden machte augenblicklich alles unmutige Geflüster verstummen; – die holde Sonne kam, so mussten wohl die Schatten des Ärgernisses fliehen. Schön-Minnele, ein Mädchen von siebzehn Jahren, schlank und wunderbar von Antlitz, näherte sich den Mädchen; ein schneeweißes Bündelchen in der Linken und von der weinenden Mutter begleitet, ging sie scheinbar ruhig den vier Linden zu; aber ihr großes, blaues Auge

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