Vater in spe
Ich habe einen Freund, eine »Seele von einem Menschen,« ein kleines bewegliches Männchen, das kein Wässerchen trübt, und eine Fliege, die in seinen Kaffee fiele, vor allen Dingen zu retten suchen würde. Dieser Freund hat sich jüngst verheiratet und seitdem ist er der unausstehlichste Kerl von der Welt geworden! Und das ist so zugegangen. Vor einem halben Jahre – etwa acht Wochen nach der Hochzeit meines Freundes – traf ich ihn – er war seitdem nicht ausgegangen – zum erstenmal wieder auf der Straße. »Wie geht dir's –?« wollte ich fragen, aber er schnappte mir das Wort vom Munde weg, indem er mich beiseite zog und mir mit allen Zeichen des Entzückens ins Ohr raunte: »Ich bin unendlich glücklich – ich weiß es jetzt ganz bestimmt!« – »Ja, ja,« sagte ich, über den Nachsatz lachend, »ich habe nie daran gezweifelt –.« – »Nun ja, ja!« unterbrach er mich ungeduldig. »Ich weiß, daß du mir in dieser Hinsicht etwas zutraust, lieber Freund. Es war aber doch eine Möglichkeit, daß wir uns getäuscht haben konnten – o, sage nichts, der Fall kommt hundertmal vor! – Aber es ist nun gewiß, ja, ja, ganz gewiß, das Faktum besteht, du darfst mir 's glauben!« Und er rieb sich vergnügt die Hände. »Gewiß glaube ich es,« versetzte ich etwas verwundert, »nur denk' ich –« »O!« rief er, plötzlich sehr ernsthaft werdend, »ich weiß, was du sagen willst! Daran brauchst du mich nicht zu mahnen: ich verkenne