Schnaps-Anton
I Auf zehn Meilen in der Runde kannte man ihn, den alten Toni, den dicken Toni, den feinen Toni, Anton Mâcheblé, genannt Brûlot, den Gastwirt von Tournevent. Er hatte den kleinen Ort berühmt gemacht, der in einer Bodensenkung des Thales lag, das sich zum Meer herabzog, ein armseliges Dorf, nur aus zehn normannischen Häusern bestehend, von Gräben und Bäumen umhegt. Die Häuser lagen da, mitten in Gras und Ginster, an einem Thalknick, der dem Ort den Namen Tournevent eingetragen hatte. Es war, als hätten sie in dem Loch Schutz gesucht, wie Vögel, die sich an Sturmtagen in Ackerfurchen verstecken, Schutz gesucht gegen den gewaltigen Orkan, der vom Meer herabbläst, gegen den salzigen, schweren Wind, der frißt und brennt wie Feuer, austrocknet und alles vernichtet, wie der Frost im Winter. Aber das ganze kleine Nest schien dem Toni Mâcheblé, genannt Brûlot, allein zu gehören. Man nannte ihn auch einfach Toni, oder der feine Toni, wegen einer Redewendung, die er unausgesetzt im Munde führte: – So was wie meinen Feinen giebts in ganz Frankreich nicht wieder. Sein ,Feiner' war nämlich sein Cognac. Seit zwanzig Jahren tränkte er das Land mit seinem Feinen und seinem Brûlot: denn jedesmal, wenn man ihn fragte: - Na geht's gut, Vater Toni? Antwortete er: – Unbedingt ein Brûlot, Schwiegersohn, putzt den Rachen und macht den Kopp rein. Was Besseres giebts nicht für den elenden Leichnam. Er