Viertes Buch.
O welch ein Abfall! Hamlet. Es de vidrio la muger, Pero no se ha de probar, Si se puede o no quebrar, Porque todo podria ser. Cervantes. Das Erscheinen des Barons von Montenglaut hatte auf das Leben im Schlosse Dornegge den merkbarsten Einfluß geübt. Eugenie, welche bisher fast alle Stunden mit Hermine gemeinsam zubrachte, hielt sich plötzlich allein und blieb viele Stunden des Tages unsichtbar; wenn sie oben im großen Saale erschien oder während der Mahlzeiten, war sie schweigsam, zerstreut, und nicht die leiseste Andeutung hatte sie ihrer Freundin über den Mann gemacht, welcher gekommen war, ihr von Dankmar's Treulosigkeit zu berichten. Hermine, welche in hohem Grade dadurch beunruhigt und um Dankmar in Sorgen war, glaubte, sich zurückhalten zu müssen, bis die Freundin ihr eine Andeutung gebe, daß sie ihrer bedürfe, bis der Drang, sich auszusprechen, Eugenie von selbst zu ihr zurückführe; sie war also viel mit Gundobald und mit dem jungen Bildhauer zusammen, und alle drei hatten Muße, ihre Angelegenheiten sehr gründlich zu erörtern. Hermine war nicht der Ansicht, die Ludwig – wir wissen, auf welche Eingebung hin – ausgesprochen, daß die Gräfin Edern im Besitze des Testaments sei; sie machte mancherlei Gründe dawider geltend, die sie aus dem Benehmen Boto's und seiner Mutter hernahm; aber die Andeutungen Ludwig's, daß es ihm vielleicht gelingen würde, das Interesse des Herrn