Chapter

Erstes Buch.

Wenn du nicht irrst, kommst du nicht zu Verstand. Goethe. Ein junger Mann in einem weißen Arbeitskittel, mit üppigen braunen Locken, die fast bis auf die Schultern fielen und ein frisches, höchst einnehmendes Gesicht beschatteten, stand in dem Hofe eines kleinen, ein wenig verkommen und hinfällig aussehenden Hauses. Es lag in einer Gegend der Stadt, welche vor wenigen Jahren noch eine Art von Vorstadt gebildet hatte zwischen lauter großen und stattlichen Neubauten; gewiß war der dürftige kleine Bau von seinem Eigenthümer verurtheilt, auch einmal einem solchen glänzendern, aber ungemüthlichern Speculationsbaue zu weichen, und bis der Tag dieses Verhängnisses gekommen, wurde der Zeit überlassen, den Abbrucharbeitern ihre Aufgabe zu erleichtern. Um das kleine einstöckige Haus war es nicht schade; aber es war schade um den hübschen Hof dahinter, in den so hell und warm die Nachmittagssonne eines Frühsommertags schien, wenn er ebenfalls dem Industrialismus der Gegenwart und seinem Attribut, dem frischen Ziegelsteine, hätte weichen müssen. Eine hohe Mauer umgab diesen Hof nach drei Seiten; die vierte bildete die Rückseite des Hauses. Wenn man aus der eben offen stehenden und den Einblick in eine Bildhauerwerkstätte gewährenden Thür an dieser Rückseite auf den Hof trat, hatte man zur Linken einen vorn offenen Schuppen, unter dem allerlei angefangene oder halbvollendete

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