Erster Band
Es war das erstemal, daß ich mit einer englischen Landkutsche fuhr, und – nicht mit dem Reisezweck hinter'm Berge zu halten – Lichtenberg in der Tasche, wollte ich Beobachtungen anstellen. Gar kein Feind unserer alten deutschen Postwagen, bin ich von jeher der Meinung gegen den göttinger Professor gewesen, daß ein Roman, der nun einmal auf dem Postwagen sich entwickeln muß, durch das Rütteln und Schütteln zu einem weit bessern Plan gedeihe, gerundet, verschlungen und abgeschliffen, als wenn der in Federn hängende Kasten sanft und eben über die gedielte Chaussée dahinrollt. In unsern Diligencen pflege ich zu schlafen. Wie z. B. hätte an Plan und künstlerischer Einheit der Postfahrtroman eines Joseph Andrews, oder die ganze Lebenspostreise eines Roderik Random gewinnen mögen, hätten sich die Jünglinge auf einer deutschen ordinairen Post einschreiben lassen? Beide Romane sind nun kaum mehr als ein langer, langer Faden zwischen Ausfahrt und Einkehr, mit Notizen über die Ausspannungen unterwegs. Nur etwas Schlimmes war dabei. Gedenkend unseres trefflichen Moritz, wie er von dem Wolkensitz oben in die Schoßkelle hinabrutschte, hatte ich mir bei Zeiten einen Platz drinnen belegt und wirklich den besten ohne Connexionen und Fürsprache eines Parlamentsgliedes erhalten, denn ich war der einzige Passagier. Konnte es aber etwas Uebleres für meinen Zweck geben? Denn um mich selbst in einer