Chapter

Dritter Band

Sterbend seufzete Don Sancho, Als der edle Graf von Cabra Diese Worte zu ihm sprach: »Ach der Kön'ge hartes Schicksal, Daß, wenn man sie nicht mehr fürchtet. Dann nur ihnen Wahrheit spricht.« »Auch zu andern, andern Zeiten Sagt man ihnen wohl die Wahrheit; Aber sie, sie hören nicht.« Sprach der Cid; er sprach es leise. Daß er seines Königs Seele Scheidend nicht beleidigte. El poëma del Cid. Eine dumpfe Stille herrschte über England gegen Ausgang des vorletzten Jahrzehends eines tiefbewegten Jahrhunderts. Wer die Grafschaften, wer die Hauptstadt mit flüchtigem Blicke durchreiste, glaubte, es sei die Frucht des Friedens nach so vielen Anstrengungen der Parteien, nach dem Vergießen des edelsten Blutes. Aufmerksameren Forschern glich diese Ruhe der peinlichen Schwüle in der Natur, welche dem Ausbruch eines Gewitters vorangeht. Wo sonst fanatische Geistliche Aufruhr gepredigt, Heroen des Volks den Adel der Geburt, das Übergewicht des Talentes geltend gemacht um das Gefühl der Freiheit wach zu erhalten, erhob sich jetzt keine Stimme, wenn Rechte offen gekränkt wurden, die leise angetastet ehemals die Volkswuth zum tobenden Sturme angeregt hatten. Gesenkten Hauptes ging man den alltäglichen Geschäften nach, und wagte nicht den Blick aufzurichten, aus Furcht dem bleichenden Kopfe eines Hochverräthers auf dem Pfahle oder dem Auge eines Angebers zu begegnen. Es war viel Blut nach

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