Chapter

Schloß Arbaville

Es war an einem der letzten Septembertage. Auf eine von Regen und Sturm durchpeitschte Nacht war am Morgen die Sonne siegreich durch die schweren Wolkenmassen gedrungen. Auf einer Chaussee, die von Lüttich über Balsourte auf Antwerpen zuführt, ritt ein größerer Trupp von Reitern, zumeist höhere Offiziere in feldgrauen Uniformen mit ihren unauffälligen Abzeichen, dahin. Es war der Kommandeur der preußischen Division, der mit dem Stabe seinen Truppen folgte, die den ihnen zugewiesenen Angriffsabschnitt gegen Antwerpen einzunehmen im Begriff waren, um dann sofort mit den Vorbereitungen für die Belagerung zu beginnen. So oft der preußische Reitertrupp ein Dorf passierte, drängten sich hinter den Fenstern neugierige, verängstigte Gesichter von Frauen und Kindern zusammen und folgten den gefürchteten Feinden mit scheuen Blicken. Soeben hatte man wieder ein Dorf hinter sich gelassen, alles recht schmucke Häuschen, die von einem gewissen Wohlstand zeugten, als die Aufmerksamkeit des Divisionskommandeurs jetzt durch einen von vorn heransprengenden Reiter abgelenkt wurde, der, gefolgt von drei Dragonern, nun auf den Stab zuhielt. „Ah – unser Quartiermacher kehrt zurück,“ meinte Exzellenz, die kurze Pfeife durch ein paar Schnellzüge wieder in frischen Brand setzend. „Bin neugierig, was er ausgerichtet hat.“ Der schlanke Dragoneroffizier war mittlerweile dicht herangekommen und parierte

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