Chapter

I

Die Frühlingssonne warf ihre letzten Strahlen flimmernd über die erglühenden Kuppen des nördlichen Schwarzwaldes. Die wenigen rosigen Wölkchen schienen heute leichter das tiefe Blau des Himmels zu durchfliegen, schienen höher in die ätherischen Räume gestiegen zu sein, um das stille keimende und sprossende Rund besser zu überschauen, und ruhten jetzt träumend in der klaren Höhe. Manchmal strich ein einsamer Vogel zwischen ihnen und den Tannenwipfeln hindurch und suchte mit lautem Geschrei sein Nest; manchmal wirbelte noch eine der unermüdlichen Lerchen bis herauf zu den frischen Höhen; dann lag wieder stille, heilige Ruhe über Wald und Flur. Auch unten war's still, wenn nicht der Abendwind in den Föhren atmete, ein Specht im Waldesdunkel pickte oder aus der nächsten Schlucht ein Birkhahn kreischte. Aus den Tälern drang nur das muntere stetige Rauschen des Wildbachs. Duftige Nebel zogen heimlich aus der Tiefe und umschleierten in der Ferne die blauen, in der Nähe die grünen Berghalden, die sich mannigfaltig ineinander verschoben und wunderliche Schatten durcheinanderwarfen. Mitten in diesem irdischen Paradiese, wie es sich von dem Gipfel des Hollohkopfes, einem der höchsten Teile des Gebirgs, darbot, einsam in dem herrlichsten Rund, das der Frühling angehaucht hatte, lag der Held dieser Geschichte, Johann Jakob Schwitzgäbele. Ein lächerlicher Name! Freilich. Aber wer kann etwas

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