Einleitung
Das Buch, das wir, nachdem es zum ersten- und einzigen Male im Jahre 1836, drei Jahre nach dem Tode seines Verfassers, erschienen war, nun zum Schiller-Jubiläumstag neu in die Welt senden, ist nicht mit Unrecht ein Kleinod unserer Literatur genannt worden. Nicht als ob es schriftstellerische Vorzüge aufweisen könnte. Sein Wert liegt vielmehr einmal in den berichteten Tatsachen, die für die Kenntnis von Schillers Entwicklung von außerordentlichem Werte sind und die uns unbekannt geblieben sein würden, wenn nicht Streicher sie uns erzählt hätte, sodann aber in dem Geist und Sinn, der aus dem Buche spricht. Da die Vorbereitungen zur Flucht aus Stuttgart und ihre Ausführung selbst sehr geheim gehalten werden mußten und da das, was außerhalb des Weichbildes von Mannheim mit Schiller geschah, nur Streicher zum Zeugen hatte, so können wir in der Tat den Wert dieser Aufzeichnungen nicht genug schätzen; aber auch, daß dieser Zeuge gerade Streicher war, ist von der größten Bedeutung. Denn wir haben in diesem Manne, der ja, wie der Leser aus dem Buche selbst erkennen wird, mit einer Art Vergötterung an Schiller hing, einen Berichterstatter, der alle diese aufregenden und abenteuerlichen Erlebnisse mit der größten Einfachheit, ohne subjektive Färbung und mit einem treuen geschichtlichen Sinne uns erzählt. Freilich ist das Buch selber erst geschrieben worden, als Streicher bereits im