Chapter

Erster Akt

Einsiedler. Ihr denkt, ihr Herrn, ich bin allein, Weil ich nicht mag in Staedten sein. Ihr irrt euch, liebe Herren mein! Ich hab' mich nicht hierher begeben, Weil sie in Staedten so ruchlos leben Und alle wandeln nach ihrem Trieb, Der Schmeichler, Heuchler und der Dieb: Das haett mich immerfort ergoetzt, Wollten sie nur nicht sein hochgeschaetzt, Bestehlen und bescheissen mich, wie die Raben, Und noch dazu Reverenzen haben! Ihrer langweiligen Narrheit satt, Bin herausgezogen in Gottes Stadt, Wo's freilich auch geht drueber und drunter Und geht demohngeacht nicht unter. Ich sah im Fruehling ohne Zahl Blueten und Knospen durch Berg und Tal, Wie alles draengt und alles treibt, Kein Plaecklein ohne Keimlein bleibt. Da denkt nun gleich der steif Philister: Das ist fuer mich und meine Geschwister. Unser Herrgott ist so gnaedig heuer; Haett ich's doch schon in Fach und Scheuer! Unser Herrgott spricht: Aber mir nit so; Es sollen's ander auch werden froh. Da lockt uns denn der Sonnenschein Stoerch und Schwalb aus der Fremd herein, Den Schmetterling aus seinem Haus, Die Fliegen aus den Ritzen 'raus, Und bruetet das Raupenvoelklein aus. Das quillt all von Erzeugungskraft, Wie sich's hat aus dem Schlaf gerafft; Voegel und Froesch und Tier' und Muecken Begehn sich zu allen Augenblicken, Hinten und vorn, auf Bauch und Ruecken, Dass man auf jeder Bluet und Blatt Ein Eh- und Wochenbettlein

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