Der Grislyjäger
Ein lichtblauer Herbsthimmel spannte sich über die endlose, wellige Prärie aus. Strahlender Sonnenschein lag über dem im frischen Morgenwind hin und her wogenden Grasmeer. Knarrend bewegten sich die drei plumpen Auswandererwagen vorwärts. Die Zugpferde schnoben, die Lenker auf den als Sitze benutzten Kisten schwangen die Peitschen, und die fünf den Wagenzug begleitenden Reiter galoppierten hin und her, um den besten Weg zu erkunden. Deutsche Auswanderer waren's, die nun bereits volle zwei Wochen, von den östlichen Grenzniederlassungen kommend, die Grassteppe durchzogen. Drei Familien hatten sich hier zusammengetan, um in der Wildnis ihr Glück zu versuchen. Bisher hatte ihnen jedoch kein einziger Platz zur Niederlassung zugesagt. Sie wollten vorsichtig in der Wahl der neuen Heimat sein, denn sie hatten bereits bittere Enttäuschungen drüben im Osten in den fieberschwangeren Wäldern am Arkansas erlebt, hatten es dort nur zwei Jahre ausgehalten - zwei Jahre umsonst gearbeitet! Unter den fünf Reitern befand sich auch ein Knabe von dreizehn Jahren, ein gesunder, frischer Junge namens Heinrich Köhler, ein entfernter Verwandter des Führers der Auswanderer, des blondbärtigen August Bernhardi. Heinrich war Waise, war im Hause Bernhardis erzogen worden, hatte jedoch keine frohe Kindheit verlebt. Daran war Schmiedemeister Bernhardis Frau allein schuld, ein herrisches, rechthaberisches Weib