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Werners Jugend in Danzig

Seit dem Tode seiner Eltern wuchs Werner Rutland im Hause seines Onkels Johann Rutland auf. Das große Patrizierhaus der Rutland war wohl das vornehmste der alten Stadt Danzig, deren Bürger ihren Wohlstand den berühmten Reedereien und Schiffswerften verdankten, und Johann Rutland galt als der reichste Mann in Danzig. Seit ihn ein körperliches Leiden gezwungen hatte, sich von den Geschäften zurückzuziehen, hatte er ein Gesellschaftsunternehmen gegründet, zumal da sein Neffe und Erbe keinerlei Neigung zeigte, Schiffe zu bauen und später die Geschäfte zu übernehmen; und nun lebte Johann Rutland ziemlich zurückgezogen in dem wundervollen alten Hause. Ein sehr ausgedehnter herrlicher Garten, der sich hinter dem Hause fast bis zu den Schiffswerften hinzog, war das Paradies von Werner Rutlands Knabenzeit. Mit seinem Freunde Rudolf Raven und dessen Schwester Käthe verbrachte er hier all seine Freistunden. Manchmal zwar waren auch noch andere Kinder dabei, aber das geschah selten, denn Fräulein Seraphine Münzer, eine entfernte Verwandte des Hausherrn, die seit Jahren dessen Haushalt Vorstand, liebte Kinder nicht. Sie mochte es nicht leiden, daß die sich im Garten tummelten und die schönsten Frühbirnen und die Gravensteiner Äpfel vertilgten, obwohl reichlich viel davon vorhanden waren. Tante Phine – so wurde sie von Werner genannt – hätte auch am liebsten Rudolf und Käthe Raven aus diesem

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