LX. Ein Gemäldeliebhaber
LX. Ein Gemäldeliebhaber. Der Andrang von Fremden welche. Das Atelier von Petrus besuchten, und von denen die Einen aus bloßer einfacher Neugierde kamen, die Anderen mit dem wirklichen Wunsche zu kaufen, war so groß, daß man wörtlich Queue an der Thüre machte. Am folgenden Sonntage hatte der Verkauf begonnen, das will sagen in drei Tagen. Es war Donnerstag. Gegen 11 Uhr Morgens, bot deßhalb das Atelier den Anblick einer Flut. Es war die Bewegung von Wogen, die sich immer gewaltiger drängten, immer höher stiegen; es war sogar ihr Geräusch. In dem anstoßenden Zimmer dicht daneben herrschte dagegen Unbeweglichkeit, denn die Einsamkeit war nicht vollständig: Petrus befand sich in dem Zimmer. Er saß in der Nähe des Fensters, auf einen kleinen Gueridon gestützt, auf welchem ein offener Brief lag, den er nur ein einziges Mal gelesen, von dem jedes Wort jedoch ihm bis in die Tiefe der Seele gedrungen war. Es war leicht zu sehen, daß der junge Mann gebrochen war. Von Zeit zu Zeit hielt er seine Hände an die Ohren, um das Geräusch im anstoßenden Zimmer nicht zu hören. Von Zeit zu Zeit rollten große Thränen über seine Wangen und fielen auf den offen vor ihm liegenden Brief. Warum war Petrus, der auf den Ruf Salvators so rasch seinen Entschluß gefaßt; warum war Petrus blasser und unschlüsssiger geworden, denn je? Daran war der Brief schuld, den er soeben von Regina erhalten, und der den