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Vorwort und Moralische Gedichte

Sämtliche Poetische Werke Leipzig Druck und Verlag von Philipp Reclam jun. Unter den Dichtern der VI. Periode, von 1725-1770 (Gottsched bis Herder), zeichnet sich besonders Friedrich von Hagedorn aus. Aus den Briefen seiner Zeitgenossen, eines Bodmer, Gärtner, Gellert, Rabener, Ebert, Giseke, E. Schlegel, Jerusalem etc., geht hervor, wie hoch er bei ihnen in Ansehen stand. Ein Mann von solcher Sprachbildung und solchem Talente wurde viel gesucht. Eschenburg erzählt, »daß Hagedorn alle Freitage bei seinem Freunde Carpser in Hamburg zu Tische war, wo sich dann die geistvollsten Männer, Reisende, worunter auch Personen fürstlichen Standes, einfanden, um seine Gesellschaft zu genießen.« Sein Charakter, wie derselbe in seinen Gedichten erscheint, läßt sich durch keine noch so vortreffliche Schilderung darstellen, deshalb verweisen wir auf dieselben; wir bemerken dazu, daß in älteren und neueren Gedichtsbüchern für Schule und Haus die Gedichte von Hagedorn einen bedeutenden Platz einnehmen. Seine Erzählungen und Fabeln sind zum großen Theile vortrefflich. Wem wäre nicht noch Johann der Seifensieder bekannt, der in den Schullesebüchern und Gedichtsammlungen so unzählige Male auftritt? Außerdem, wer Goethe's »Christel« kennt, mag sie mit Hagedorns »verliebtem Bauer« und »die verliebte Verzweiflung« vergleichen. Erscheint Hagedorn in seinen Erzählungen und Liedern (von den letzteren

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