Prolog
Joachim Halz schrieb hinten in seinem Laden, einem Raum, der mehr lang als breit war, mit schwarzen Wänden, schwarzer Decke, möbliert mit einem Ladentisch, Regalen voller Bücher, einigen Stühlen und einem Geldschrank. Dieser Laden ging auf die Utrechtschedwarsstraße, eine der ärmsten Straßen des ärmsten Viertels von Amsterdam. Tageslicht konnte man das, was das Schiebefenster durchließ, nicht nennen: dieses unbestimmte gelbe Licht, das vom Regen des Oktobernachmittags noch verdunkelt wurde. Hier gleicht der Regen keinem Regen in irgendeinem anderen Land. Er fällt langsam, dicht aus einem düsteren, gleichmäßig grauen Himmel auf ein Ziegelsteinpflaster, wo die Schritte gedämpft klingen, an den Wänden herunter, die so vermodert sind von Feuchtigkeit, daß man sagen könnte, im gleichen Maße, wie das Wasser vom Himmel tropfe, steige von unten her ein dichter Dampf auf, der sich in den übelriechenden Pfützen der toten Kanäle auflöst. Man kann sich vor Kälte, vor Wind, vor Sonne schützen, vor so etwas nicht. Im Innern der Häuser zerfällt der Putz, und kleine Mulden bilden sich in den Ecken der Wände und des Steinpflasters, wo schmierige Ratten kriechen, zunächst schüchtern, dann aber, das Loch erweiternd, sich festsetzen, mästen und wimmeln. Es schlug sechs; Joachim Halz wollte gerade sein Kontobuch zuklappen. In diesem Augenblick klopfte es kurz ans Fenster. Er hob den Kopf, ließ mit