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Vorwort

Von Musik verstehe ich nichts. Es ist ein Nachteil in der Geographie meines Lebens, daß kein breiter Weg, nicht einmal, ja kaum ein Schmugglersteig für mich in dieses Land führt. Aber ich habe mich doch immer ganz dumm gewundert, wie es kommt, daß fast alle großen Tonwerke den gleichen oder einen ähnlichen Schluß haben. Man hat die Empfindung, als ob drei oder vier Heereszüge auf einen Punkt hin in Eilmärschen zusammenstreben. In breiten Massen sieht man sie in stets sich steigernder Unruhe und Hast auf einander zustoßen, zumarschieren auf ein gemeinsames imaginäres Schlachtfeld hin. Einen Bruchteil von Zeit mischen sie sich. Alle Waffen schlagen brausend und vielfach und dumpf aufeinander, tönend und rasselnd und nachklingend. Geschrei, Jubel und Wut flicht sich hinein. Noch wankt niemand. Es gibt nur Angreifer. Der Sieg ist völlig unentschieden. Wie zu einer Tonpyramide steigt es über dem metallfunkelnden Gewühl der Heere auf. Und gerade vor jeder allerletzten Entscheidung: Verebben, Versinken, Zusammenbrechen, in der Dämmerung noch ein fernes, letztes Blinken der Speerreihen, ein Verglimmen der Schildränder, und Totenstille in der hereinbrechenden Nacht ... So ist das fast stets. Doch als ich einen Komponisten fragte, warum das so wäre, da ich mir doch wohl vorstellen könnte, daß die Tonstücke auf tausenderlei andere Arten schließen könnten, leise, verwehend, oder wie ein

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