Chapter

Am Johannistag

Der Johannistag des Jahres 1884 leuchtete strahlend klar über dem Genfer See, und die Sonne brannte heiß auf die Hügel von Ouchy und Lausanne. Paul Petrowitsch, Rosenzüchter in Ouchy, klomm, einen kleinen mit Rosen, Salatköpfen und Artischocken beladenen Karren hinter sich herziehend, die Avenue de la Gare hinauf, um sich auf den Markt in Lausanne zu begeben. Der Schweiß perlte ihm über die Stirn und wäre in die kleinen treuen Augen geronnen, hätten sich nicht die buschigen Augenbrauen als Dämme vorgelegt; aber von den Schläfen stürzten die Schweißtropfen in den hellroten Bart hinab, der das halbe Areal des Gesichtes bedeckte. Die Rosen begannen in der Sonne schlaff zu werden, und der Salat kniff seine nervigen Blätter zusammen, um sich vor dem Sonnenstich zu schützen. Paul blieb stehen, zog die blaue Bluse aus und legte sie vorsichtig über die Wagenladung, wischte sich dann die Stirn und zog weiter. In der Avenue du Théâtre brannte die Sonne fast noch schärfer. Hier blieb er stehen und warf einen langen Blick auf den Genfer See, ließ in Gedanken seine heiße Stirn von den letzten Schneefeldern der Dent d'Oche kühlen und atmete tief, so, als wollte er frische Luft aufspeichern, ehe er in die für ihn immer so erstickende Stadt trat. Wie er so mit der Mütze in der Hand dastand, ging eine Dame mit einem jungen Herrn vorbei. »Siehst du, dort steht der Russe,« sagte sie, und der Herr

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