Chapter

Der Arme Weberlieb

Der Winter schien in diesem Jahre kein Ende zu nehmen. Wochenlang lag eine dichte Schneedecke auf der Erde und zwischen den Dörfern des Riesengebirges hörte jeglicher Verkehr auf. Da ging für die Weberfamilien eine große Not an und Entbehrung und Armut waren die beständigen Gäste des Hauses. Diese Notlage der Weber benutzten gewissenlose Kaufleute in den Städten, indem sie ihnen für die gelieferte Leinwand geringeren Lohn boten. Sie wußten genau, daß die armen Leute unter allen Umständen Geld brauchten und brachten so die Waren für einen Spottpreis an sich. „’s fast zum Verzweifeln,“ so sprach eines Abends der Webergottfried zu seinem Weibe, „erst muß man in Schnee und Kälte den jetzt so gefahrvollen Weg zur Stadt machen und dann erhält man einen Hungerlohn, der kaum uns beide sättigen kann, während doch noch acht Kinder wie die Orgelpfeifen um den Tisch stehen und sehnsüchtig nach der spärlichen Mahlzeit ausschauen.“ „Das wird ein trauriges Weihnachtsfest werden,“ versetzte seufzend die Frau, „Gott gebe nur, daß die Krankheit, welche in einigen Häusern eingekehrt ist, nicht ansteckend ist und über alle Familien kommt.“ Keinem gingen die Sorgen der Eltern mehr zu Herzen als dem ältesten Sohn, dem Gottlieb, oder wie er im Dorfe von andern Trägern seines Namens unterschieden wurde, dem Weberlieb. Das war ein braver, munterer Junge mit einem Herzen voll Mitleid, der sein

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.