Chapter

Das Sonderbare Wirtshaus

Auf der Straße durch das Gebirge zogen drei muntere Studenten. Aus voller Kehle und frischer Brust ließen sie das alte Studentenlied erschallen: Ich lobe mir das Burschenleben, Ein jeder lobt sich seinen Stand, Der Freiheit hab’ ich mich ergeben, Sie bleibt mein bestes Unterpfand. Studenten sind fidele Brüder, Kein Unfall schlägt sie ganz danieder. — „Was Unfall,“ meinte der eine, „was könnte uns wohl passieren; uns gehört die Welt und wenn der Beutel auch in unserer alten Musenstadt Prag ein wenig schmal geworden ist, was verschlägt’s? Sind wir erst über das Gebirge gelangt, dann lacht uns die Heimat entgegen und in den Ferien gibt’s wieder Geld in Vaters Haus.“ „Nun, so weit sind wir aber noch lange nicht,“ meinte der zweite, ein hochgewachsener, blonder Jüngling, „der Weg über das Gebirge wird uns sauer werden, zumal meines Wissens kein Wirtshaus uns zur Erholung und Einkehr einlädt, wie uns in der letzten Herberge versichert wurde.“ „Das hat,“ so nahm Philipp, der dritte der Studenten, welcher in Prag Rechtswissenschaft studierte, das Wort, „darin seinen Grund, daß der Herr des Gebirges, Rübezahl, die Errichtung eines Wirtshauses auf seinem Gebiet verbietet.“ „Tor,“ erwiderte Hans, der erste der drei, „glaubst wohl noch an Spuken. Das sind Kindermärchen, die man sich in den Spinnstuben erzählt. Geh zu den alten Großmüttern und erzähle ihnen das, aber uns verschone mit

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