Glaser Steffen Und Sein Weib Ilse
o sehr sich’s auch der Bauer Veit, dessen Erlebnis wir früher behandelten, hatte angelegen sein lassen, den wahren Ursprung seines Glückes zu verhehlen, um nicht ungestüme Bittsteller anzureizen, den Berggeist um ähnliche Spenden mit dreister Zudringlichkeit zu überlaufen, so wurde die Sache doch endlich ruchbar; denn wenn das Geheimnis des Mannes der Frau zwischen den Lippen schwebt, weht es das kleinste Lüftchen fort, wie eine Seifenblase vom Strohhalm. Veits Frau vertraut’s einer verschwiegenen Nachbarin, diese ihrer Gevatterin, diese ihrem Herrn Paten, dem Dorfbarbier, dieser allen seinen Bartkunden; so kam’s im Dorfe und hernach im ganzen Kirchspiele herum. Da spitzten die verdorbenen Hauswirte, die Lungerer und Müßiggänger das Ohr, zogen scharenweise ins Gebirge, reizten den Berggeist durch Zurufe und beschworen ihn, zu erscheinen. Zu ihnen gesellten sich Schatzgräber und Landstreicher, die das Gebirge durchkreuzten, allenthalben in die Erde gruben und den Schatz in der Braupfanne zu heben vermeinten. Rübezahl ließ sie eine Zeitlang ihr Wesen treiben, wie sie Lust hatten, achtete es der Mühe nicht wert, sich über die Kerle zu erzürnen, trieb nur seinen Spott mit ihnen, ließ zur Nachtzeit da und dort ein blaues Flämmchen auflodern und wenn die Laurer kamen, ihre Hüte und Mützen darauf warfen, ließ er sie manchen schweren Geldtopf ausgraben, den sie mit Freude heimtrugen,