Chapter

Ruebezahl Und Der Schneider Benedix

Der unmutsvolle Berggeist verließ die Oberwelt mit dem Entschluß, nie wieder das Tageslicht zu schauen; doch die wohltätige Zeit verwischte nach und nach die Eindrücke seines Grams; gleichwohl war ein Zeitraum von neunhundertneunundneunzig Jahren erforderlich, ehe die alte Wunde ausheilte. Endlich, da ihn die Beschwerde der Langeweile drückte und er einstmals sehr übel aufgeräumt war, brachte sein Liebling und Hofschalksnarr in der Unterwelt, ein drolliger Kobold, eine Lustpartie aufs Riesengebirge in Vorschlag, welchem Rübezahl gern zustimmte. Es war nur eine Minute nötig, so war die weite Reise vollendet und er befand sich mitten auf dem großen Rasenplatz seines ehemaligen Lustgartens, dem er nebst dem übrigen Zubehör die vorige Gestalt gab; doch blieb alles für menschliche Augen verborgen; die Wanderer, die übers Gebirge zogen, sahen nichts als eine fürchterliche Wildnis. Der Anblick dieser Gegenstände erneuerte alle Erinnerungen an die schöne Emma, ihr Bild schwebte ihm noch so deutlich vor, als stünde sie neben ihm. Aber die Vorstellung, wie sie ihn überlistet und hintergangen hatte, machte seinen Groll gegen die ganze Menschheit wieder rege. „Unseliges Erdengewürm,“ rief er aus, indem er aufschaute und vom hohen Gebirge die Türme der Kirchen und Klöster in Städten und Flecken erblickte, „du treibst, sehe ich, dein Wesen noch immer unten im Tale. Hast mich geäfft durch

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